Gestern bei Senckenberg

Der König der Tiere – und wir

„Wenn ein Löwe im rötlichen Morgenlicht aus dem Gebüsch tritt und dröhnend brüllt, dann wird auch Menschen in fünfzig Jahren das Herz weit werden.“ Das schrieb Bernhard Grzimek im Begleitbuch zu dem Dokumentarfilm „Serengeti darf nicht sterben“. Der Streifen wird 2019 genau 60 Jahre alt und hat nichts an Eindringlichkeit und Aktualität eingebüßt.
Auch wenn sich der Löwe – als Touristenmagnet, Symbol oder Fotomotiv – nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, schwinden Populationen und Lebensräume durch menschlichen Einfluss dramatisch. Dabei hat er unsere eigene Evolution stark beeinflusst.
Der Senckenberger Mathias Wirkner lud gestern nach Museumsschluss Mitglieder ein, dem „König der Tiere“ quer durch seine und damit auch unsere Geschichte bis hin zu den Wurzeln unserer Angst zu folgen.

Ferrarifrosch und Jaguar

Expeditionen nach Lateinamerika

Die Neotropen sind ein echter Hotspot für Frösche; dort existieren die meisten Arten weltweit. Trotz dieser enormen Vielfalt sind manche Regionen bisher wenig erforscht, und zahlreiche Arten sind noch nicht wissenschaftlich beschrieben.

Seit 2000 forschen Senckenbergerinnen und Senckenberger verstärkt in Mittel- und Südamerika und erfassen die Vielfalt der Amphibien. Dabei kommen innovative Methoden zum Einsatz, denn neben der klassischen
Systematik und DNA-basierten Bestimmung wird Audio- und Videotechnik genutzt: Langzeitaufnahmegeräte, die Geräuschkulissen aufzeichnen oder Kamerafallen, die auch Säugetiere detektieren.

Neugierig? Dann auf nach Südamerika! Ihr „Reiseleiter“ Dr. Martin Jansen vom Senckenberg Frankfurt ist
Bioakustiker und Herpetologe und erforscht seit über zehn Jahren die Amphibien und Reptilien Mittel- und Südamerikas – und er ist besorgt darüber, dass viele von ihm gerade erst entdeckte Arten vom Aussterben
bedroht sind.

Martin Jansen auf der Pirsch. Foto: Arne Schulze
Ertappt von der Kamerafalle – ein Jaguar bei Nacht.

Was?
Vortrag „Ferrarifrosch und Jaguar: Expeditionen nach Lateinamerika“ von und mit Dr. Martin Jansen, Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Wann?
Mittwoch, 26. Juni 2019, 19.15 Uhr (Einlass ab 18.45 Uhr)

Wo?
Hörsaal des Senckenberg Bodiversität und Klima Forschungszentrums, Georg-Voigt-Straße 14, 60325 Frankfurt

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Sofern Sie einen Behindertenparkplatz benötigen, setzen Sie sich bitte einige Tage vor dem Vortragstermin mit Dr. Julia Krohmer in Verbindung: julia.krohmer@senckenberg.de

Grabungscamp in Karungu

Zeitreise ins Miozän

In Kenia wird mithilfe von Ausgrabungen schon seit langem untersucht, welche Umweltbedingungen dazu führten, dass sich vor 25 bis 20 Millionen Jahren die Pavianartigen von den Menschenaffen trennten. Im Dorf Karungu am Victoriasee erforscht ein Senckenberg-Team, warum hier, anders als an nur 150 Kilometer entfernten Orten, anscheinend gar keine Primaten lebten – dafür ist die ausgegrabene Säugetier-Fauna höchst vielfältig.

Der Senckenberger Dr. Thomas Lehmann reist seit 2003 regelmäßig nach Kenia, um nach Fossilien zu graben. Er weiß eine Menge über den „Kraftakt“ Grabungsexpedition zu berichten. Denn die Fossiliensuche ist nur ein kleiner Teil seiner Arbeit; im Vorfeld und vor allem vor Ort muss er Planungs- und Organisationstalent beweisen. Folgen Sie ihm auf die spannende Forschungsreise in ein kleines afrikanisches Dorf.

Grabung in Kenia. Foto: Thorsten Wenzel

Was?
Vortrag „Grabungscamp in Karungu – Zeitreise ins Miozän“ von und mit Dr. Thomas Lehmann, Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Wann?
Donnerstag, 13. Juni 2019, 19.15 Uhr (Einlass ab 18.45 Uhr)

Wo?
Hörsaal des Senckenberg Bodiversität und Klima Forschungszentrums, Georg-Voigt-Straße 14, 60325 Frankfurt

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Sofern Sie einen Behindertenparkplatz benötigen, setzen Sie sich bitte einige Tage vor dem Vortragstermin mit Dr. Julia Krohmer in Verbindung: julia.krohmer@senckenberg.de

Schatzinsel im Wandel

Naturschutz und Nachhaltigkeitsforschung im Sokotra-Archipel

Das Sokotra-Archipel ist eine dem Jemen zugehörige Inselgruppe vor dem Horn von Afrika. 2008 wurde es von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt, denn es weist aufgrund seiner Vorgeschichte zu Wasser wie zu Lande eine weltweit einzigartige Tier- und Pflanzenwelt auf.
Diese Welt ist heute jedoch stark bedroht. Das Bevölkerungswachstum, verbunden mit der immer stärkeren Nutzung der Natur, dem Verlust traditioneller Bewirtschaftungsweisen, externen Entwicklungsinteressen und dem Klimawandel verändern die Insel-Ökosysteme.
Deren Schutz sowie nachhaltige wirtschaftliche Entwicklungsmaßnahmen sind dringend nötig. Gemeinsam mit der Umweltbehörde Jemens und dem UN-Umweltprogramm entwickelt Senckenberg ein Konzept, das unter anderem wissenschaftlich fundierte Naturschutzzonen ausweist und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen fördert.

Der Meeresbiologe Uwe Zajonz, seit 20 Jahren in den arabischen Meeren unterwegs, nimmt Sie mit auf eine bemerkenswerte Forschungsreise. Er arbeitet auf Sokotra mit dem Ziel, Nutzung und Schutz der Natur unter einen Hut zu bringen und dabei wissenschaftliche und traditionelle Methoden zu vereinen.

Uwe Zajonz unter Wasser. Foto: S.V. Bogorodsky

Was?
Vortrag „Schatzinsel im Wandel: Naturschutz und Nachhaltigkeitsforschung im Sokotra-Archipel“ von und mit Uwe Zajonz, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt

Wann?
ACHTUNG, TERMINÄNDERUNG: Mittwoch, 15. Mai 2019, 19.15 Uhr (Einlass ab 18.45 Uhr)

Wo?
Hörsaal des Senckenberg Bodiversität und Klima Forschungszentrums, Georg-Voigt-Straße 14, 60325 Frankfurt

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Sofern Sie einen Behindertenparkplatz benötigen, setzen Sie sich bitte einige Tage vor dem Vortragstermin mit Dr. Julia Krohmer in Verbindung: julia.krohmer@senckenberg.de

Zähne der Zeit

Dem Klimawandel der Vergangenheit
auf der Spur

Heute erfahren wir immer mehr über die Klimabedingungen in längst vergangenen Zeiten. Auch auf Ernährungsweisen der Frühmenschen, die Vegetation vor Millionen von Jahren und die Ent-
wicklung ganzer Ökosysteme können Rückschlüsse gezogen werden. Und zwar anhand stabiler Kohlenstoff- und Sauerstoffisotope, die sich zum Beispiel in fossilen Böden und in versteinertem Zahnschmelz von Pflanzenfressern und Frühmenschen finden.

Bei diesem Vortrag gehen Sie auf Forschungsreise mit Dr. Tina Lüdecke – nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit. Die Geologin vom Senckenberg Biodiversität und Klima
Forschungszentrum Frankfurt erforscht die Evolution früher Savannen und ihrer Bewohner in
Ostafrika, ist aber auch in anderen Regionen der Welt unterwegs.

Untersuchung fossiler Böden im Karonga-Becken in Nord-Malawi.
Foto: Heinrich Thiemeyer

Was?
Vortrag „Zähne der Zeit – Dem Klimawandel der Vergangenheit auf der Spur“ von und mit Dr. Tina Lüdecke, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt

Wann?
Dienstag, 7. Mai 2019, 19.15 Uhr (Einlass ab 18.45 Uhr)

Wo?
Hörsaal des Senckenberg Bodiversität und Klima Forschungszentrums, Georg-Voigt-Straße 14, 60325 Frankfurt

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Sofern Sie einen Behindertenparkplatz benötigen, setzen Sie sich bitte einige Tage vor dem Vortragstermin mit Dr. Julia Krohmer in Verbindung: julia.krohmer@senckenberg.de

Von der Arktis zur Antarktis

Die Rolle kleiner Lebewesen im Meeresboden

Am kommenden Donnerstag sind Sie eingeladen, sich mit Senckenberg auf die nächste Forschungsreise zur Vielfalt zu begeben!

Diesmal wird es kalt: Die Senckenbergerin Dr. Gritta Veit-Köhler (Deutsches Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung, Wilhelmshaven) nimmt Sie mit in die Arktis und Antarktis. Dort erforscht die Meeresbiologin die Meiofauna – das sind mikroskopisch kleine Wirbellose, die in der Bodenzone von Gewässern vorkommen.

Sind solche winzigen Lebewesen im Ökosystem wichtig? Und wenn ja, warum? Um diese Fragen zu beantworten, geht Gritta Veit-Köhler mit Ihnen auf Tauchfahrt.

Was?
Vortrag „Von der Arktis zur Antarktis: Die Rolle kleiner Lebewesen im Meeresboden“

Wann?
Donnerstag, 25. April 2019, 19.15 Uhr

Wo?
Hörsaal des Senckenberg Bodiversität und Klima Forschungszentrums, Georg-Voigt-Straße 14, 60325 Frankfurt

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.